
Ist Kokosöl jetzt auf einmal doch nicht gesund?
In den letzten Tagen bin ich mehrfach auf einen derzeit populären Youtube-Clip mit dem Titel „Kokosöl ist Gift“ angesprochen worden.
Ich habe das Video selbst kurz angesehen.
Bereits nach der Aussage „Kokosöl ist voller gesättigter Fettsäuren, die die Gefäße verstopfen und direkt zum Herztod führen“ habe ich es wieder ausgeschaltet.
Aus meiner Sicht sind folgende Punkte für die Einordnung dieser Aussage relevant:
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Gesättigte Fettsäuren und „Verstopfung der Gefäße“
Die Annahme, gesättigte Fettsäuren würden Gefäße „verstopfen“, stammt aus älteren Hypothesen, die wissenschaftlich nicht bestätigt werden konnten. Der korrekte medizinische Begriff für eine Verdickung der Gefäßwand lautet Atherosklerose oder Arteriosklerose. -
Unterschiedliche Formen von Atherosklerose
Atherosklerose kann verschiedene Ausprägungen haben – z. B. die Einlagerung von Cholesterinestern oder Calcium in die Gefäßwand. Die Entstehung ist multifaktoriell und nicht ausschließlich auf den Konsum bestimmter Fettsäuren zurückzuführen. -
Weitere Einflussfaktoren
Ernährungsgewohnheiten, Stoffwechselparameter und andere Lebensstilfaktoren spielen bei der Entwicklung von Atherosklerose eine Rolle. Besonders im Fokus der Forschung stehen hierbei Transfettsäuren, die vor allem in gehärteten Pflanzenölen vorkommen. -
Statistische Einordnung
Atherosklerose steht in Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, führt aber nicht zwangsläufig zum plötzlichen Herztod. Statistisch betrachtet ist der direkte Zusammenhang deutlich komplexer, als es die genannte Aussage suggeriert.
Fazit
Kokosöl besteht überwiegend aus gesättigten Fettsäuren und ist bei Raumtemperatur fest.
Es hat einen vergleichsweise hohen Rauchpunkt, was es für bestimmte Zubereitungsarten in der Küche geeignet macht.
Wie bei allen Ölen und Fetten ist es Teil einer vielseitigen Ernährung zu betrachten und nicht als „Wundermittel“ oder „Gefahr“ einzuordnen.
Die Popularität zugespitzter Aussagen im Internet ist nicht neu.
Problematisch wird es, wenn solche Aussagen ohne Kontext als wissenschaftlich fundiert angesehen werden und dadurch sinnvolle Ernährungsgewohnheiten in Frage gestellt werden.
Entscheidend ist aus meiner Sicht, sich an objektiv überprüfbaren Informationen zu orientieren und persönliche Verträglichkeit sowie Genussfaktor mit einzubeziehen.
Bild: Kokosöl.