Die meisten Probleme beginnen nicht im Kopf

Die meisten Probleme beginnen nicht im Kopf

Die meisten Menschen glauben heute, sie müssten vor allem mental stärker oder gesünder werden.

Mehr Disziplin.

Mehr Fokus.

Mehr Motivation.

Mehr Kontrolle.

Die spannende Beobachtung aus meiner Arbeit in über 19 Jahren Coaching ist jedoch:

Viele Probleme, die Menschen als psychologisches Problem interpretieren, beginnen zuerst physiologisch.

Nicht im Kopf.

Sondern bei Schlaf, Bewegung und Ernährung.

Denn wenn Menschen dauerhaft schlecht schlafen, sich zu wenig bewegen, zu wenig Tageslicht bekommen, sich kaum regenerieren und gleichzeitig versuchen leistungsfähig zu funktionieren, verändert das nicht nur den Körper.

Es verändert Stimmung.

Gedanken.

Belastbarkeit.

Geduld.

Entscheidungen.

Und genau das unterschätzen die meisten massiv.

Jeder kennt das eigentlich.

Nach einer schlechten Nacht wird plötzlich alles schwerer.

Training.

Ernährung.

Konzentration.

Selbst einfache Entscheidungen kosten mehr Energie.

Und trotzdem behandeln viele Menschen Schlaf noch immer wie einen optionalen Faktor.

Gleichzeitig versuchen sie dann:

produktiver zu werden, konzentrierter zu arbeiten oder emotional stabiler zu sein.

Das funktioniert in der Praxis erstaunlich selten langfristig.

Das gleiche sieht man bei Ernährung.

Viele betrachten Ernährung fast ausschließlich über:

Kalorien, Verzicht oder die Frage, was „gesund“ wirkt.

In der Praxis funktioniert gute Ernährung deutlich simpler.

Sie gibt Energie, wenn Energie gebraucht wird.

Und sie entspannt, wenn Entspannung gebraucht wird.

Das ist aus meiner Sicht die eigentliche Grundlage sinnvoller Ernährung.

Tagsüber bedeutet das meistens:

stabile Energie, Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Abends dagegen eher:

Regeneration, Ruhe und guter Schlaf.

Genau deshalb funktionieren viele Ernährungsformen kurzfristig auf dem Papier, scheitern jedoch im echten Leben.

Weil sie physiologisch oder praktisch nicht zur Realität des Menschen passen.

Und genau dort wird Ernährung heute häufig komplett unnötig kompliziert gemacht.

Viele Menschen diskutieren über einzelne Lebensmittel, Supplements oder Details, während die physiologische Grundlage ihres Alltags längst instabil ist.

Das gleiche gilt für Bewegung.

Mehr Training ist nicht automatisch besser.

Mehr Training macht vor allem dann Sinn, wenn jemand sich bisher zu wenig bewegt hat.

Und genau das trifft heute auf die meisten Menschen zu.

Der Körper ist nicht dafür gemacht:

den ganzen Tag zu sitzen, schlecht zu schlafen, unter konstantem Stress zu stehen und gleichzeitig leistungsfähig, fokussiert und belastbar zu bleiben.

Trotzdem versuchen genau das heute extrem viele Menschen.

Und wundern sich dann über:

fehlende Energie, schlechte Stimmung, Konzentrationsprobleme, Heißhunger, schlechte Regeneration oder das Gefühl, permanent unter Spannung zu stehen.

Die Lösung ist deshalb häufig deutlich weniger spektakulär, als Menschen hoffen.

Mehr Bewegung.

Bessere Ernährung.

Besserer Schlaf.

Nicht perfekt.

Nicht extrem.

Sondern konstant.

Denn die meisten Menschen versuchen heute ihr Leben mental zu optimieren, während ihre Physiologie permanent gegen sie arbeitet.

Und genau deshalb beginne ich in der Praxis fast immer dort.

Nicht bei Hacks.

Nicht bei Extremen.

Nicht bei komplizierten Systemen.

Sondern zuerst bei der Basis.

Denn wenn Schlaf, Bewegung und Ernährung stabil funktionieren, lösen sich erstaunlich viele Probleme häufig deutlich schneller, als Menschen erwarten.

 

Bild: Wolfgang auf der Trainingsfläche im YPSI, etwa 2011. Viele der grundlegenden Gedanken aus diesem Artikel entstanden bereits in den ersten Jahren täglicher Coachingpraxis.

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